DIRK WILUTZKY

EINE NACHT AM FENSTER

 

Von Anfang an gab es ein Unbehagen in mir. Von Anfang an hatte ich gespürt, dass etwas nicht stimmte. Etwas Elementares. Etwas Grundlegendes. Seitdem ich ein Kind war. Etwas bereitete mir Sorgen.

Mittlerweile weiss ich, was es war, das mich beunruhigt hatte. Mein Unbehagen war berechtigt. Leider. Aber jetzt ist es kein Unbehagen mehr. Jetzt ist es eine Gewissheit. Eine traurige Gewissheit.

Ich sitze am Fenster in Paris und schaue über die Häuser von Montmartre auf die fernen, funkelnden Lichter der Stadt. Alles ist still. Die Fenster in der Strasse sind erloschen. Die Leuchtschrift des Theaters Galabru blinkt noch einsam in der nächtlichen Seitenstrasse. Die Wohnung ist dunkel. Nur mein Bildschirm leuchtet. Er leuchtet dunkelgrau. Ich benutze ein Programm zum Schreiben, bei dem den ganzen Bildschirm dunkelgrau gefärbt ist. Eine einzige, wohltuende dunkelgraue Fläche. Und darauf weisse Schrift. Courier New. Relativ gross. Eine weisse Schrift, die sich meistens langsam, manchmal schneller, in das Dunkelgrau des Bildschirms hineinfrisst...

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