DIRK WILUTZKY

EINE NACHT AM FENSTER

 

Ich starte ein weiteres Programm auf meinem Computer. Ich beginne aufzuzeichnen, was sich auf meinem Bildschirm ereignet. Soweit habe ich mein Filmemachen nun vereinfacht. Das ist alles, was ich brauche. Eine weisse Schrift, die sich in das Dunkelgrau der Fläche des Bildschirms hineinfrisst. Worte, die sich ergänzen, Worte, die korrigiert werden, Worte, die gesucht werden. Worte, die nach und nach einen Sinn ergeben. Einen Sinn, der nach und nach in Frage gestellt werden wird. Bezweifelt wird. Verworfen wird. Und wieder aufgenommen wird. Ein Sinn der nach und nach entsteht, eine Schönheit, die sich festigt, aufleuchtet, und dann wieder im Grau der vorüberziehende Fläche verschwinden wird.

Ich zeichne dieses Entstehen und Vergehen auf. Alles, was ich schreibe, alles was sich auf meinem Monitor ereignet, wird aufgenommen. Der leere Monitor wird zu einer ungestellten Frage. Eine Aufforderung zum Sprechen. Der Kursor blinkt. Die Zeit vergeht. Bitte sprechen Sie jetzt. Also spreche ich.

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